Hilfsnavigation

Band lebens- und liebenswert
Headfoto Orgel

13: Heuchelheim

Historischer Marktplatz und Wüstung Heuchelheim

13.1, letzte Markt auf Heuchelheim 1911
Foto: Archiv Susanne Schäfer

Folgt man dem Sirona-Weg von Hottenbach nach Sulzbach, so stößt man auf der Höhe nordwestlich von Sulzbach auf diesem interessanten historischen Platz, von dem man eine herrliche Aussicht genießen kann.

Um dem Wanderer aufzuzeigen, welche Nah- und Fernblickziele sich dem Wanderer vom Heuchelheimer Marktplatz in einem 180 Grad-Blickwinkel eröffnen, hat der Heimat- und Verschönerungsverein 2008 hier am höchsten Punkt den nebenstehenden „Geographischen Aussichtspunkt “ errichtet.

Der weit bekannte Marktkplatz lag an einem alten Verkehrsweg, der einerseits die Anbindung zur römischen Ausoniusstraße schuf, andererseits über Rhaunen und Büchenbeuren nach Enkirch führte. Ein vom Landkreis Birkenfeld errichteter Gedenkstein erinnert hier an die Wüstung Heuchelheim.

Der letzte Markt auf Heuchelheim fand am im Sommer 1911 statt. 1913 wurde hier ein patriotisches Ereignis gefeiert: Das 25-jährige Regierungsjubiläum Kaiser Wilhelm des II. mit Festansprache, Kaiserhoch und Nationalhymne.

Heuchelheim ist eine Station des 100 km langen „SIRONA-Weges, der den Wanderer auf keltisch-römischen Spuren der Quellgöttin Sirona durch die Hunsrück-Nahe-Region führt.

Kaisergarten

13.2 Sommerfest Heuchelheim
Foto: Inge Klingels

Der 1870/71 zu Ehren Kaiser Wilhelm I. angelegte „Kaisergarten“, eine attraktive Baumanpflanzung, ist heute als Picknick- und Freizeitplatz beliebt. Eine in Erzählungen oft erwähnte keltisch-römische Kultstätte konnte indes nicht nachgewiesen werden.

Sommerfest des Heimat- und Verschönerungsvereins Sulzbach auf Heuchelheim, das jedes Jahr am dritten Augustwochenende stattfindet

Der Heuchler zu Heuchelheim

Nach einer wahren Begebenheit aus dem Jahre 1538, erzählt von Lehrer PO. Bolz, Bollenbach

Mein Dolch hat gut getroffen,
ein Stoß, ein Schrei, ein Strahl!
ein Leib, ein kurzes Röcheln!
ein blutbenetzter Stahl!
,
Flieh, flieh! Verfluchter Mörder
so schreit es in ihm laut,
der Himmel hat´s gesehen
der Wald hier hat´s geschaut!

Hu, wie es pocht und brennet,
wie´s dunkelt, wie es rauscht,
die Waldgeister raunen,
er zittert, schwitzt, er lauscht!

Er eilt und raset weiter,
die Furcht lässt ihn nicht gehn;
doch plötzlich sieht im Dunkel
er schwarz ein Kirchlein stehn.

Hier bist du gut geborgen,
ruft eine Stimm´ ihm zu,
hier findet dich kein Rächer,
hier hast du Schutz und Ruh.

Bald regt die ganze Gegend
auf die geheime Sag:
Ein frommer Bruder betet
im Kirchlein jeden Tag.

Dort lebt er still und einsam
und scheu ein ganzes Jahr,
nährt sich von guten Gaben
und dienst Gott am Altar.

Doch da – oh welch ein Grausen!
hört man die Schreckgeschicht:
der Bruder ist ein Mörder
der Mönche wird hingericht!

Er hat nach einem Morde
in dichter Waldesschlucht,
als Mönch verkappt, verkleidet,
im Kirchlein Schutz gesucht.

Da lösen manche Flüche
Sich los von manchem Mund,
und Heuchler! Nichts als Heuchler!
hört rings man in der Rund.

Der Galgen hat gerichtet
den Mönch aus der Kapell;
und heute noch bezeichnet
mir Heuchelheim die Stell.
Schatten