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Band lebens- und liebenswert
Headfoto Orgel

10: STUMM-Eisenhüttendynastie

10.1 Asbacher Hütte

Noch bekannter als die Orgelbauer wurden die STUMMs als Hüttenbesitzer. Begründer dieser Linie war der älteste Bruder des ersten Orgelbauers Johann Michael STUMM. Als gelernter Schmied erwarb Johann Nikolaus STUMM im Jahr 1715 das „Recht zur Errichtung eines Hammers „Auf dem Birkenfeld“ in der Gemarkung von Schauren, wo das Roheisen geschmiedet und weiterverarbeitet wurde. Dieser Betrieb wurde seinerzeit „Schippenhammer“ oder „Hammerbirkenfeld“ gennant. Die Bezeichnung „Hammerbirkenfeld“ ist hier bis in die heutige Zeit als Straßenname präsent
Seine Söhne bauten 1743 auf der Asbacher Hütte am Fischbach bei Asbach ein Hammerwerk, das zum Grundstock der saarländischen Metallindustrie wurde. Es wurde auch Eisenerz aus Peterswald und Löffelschied in den Hunsrück transportiert, um in der Asbacher Hütte verarbeitet zu werden. Die schmalen Eisenräder der schweren mit Eisenerz beladenen hölzernen Wagen schufen im Laufe der zeit einen tiefen Hohlweg auf der Sulzbacher Gemarkung. Bis zur Flurbereinigung war der Weg erhalten und heute erinnert der Flurnamen „Karrenstraße“ noch an diese zur damaligen Zeit wichtige Verkehrsstraße.
10.2, Hochofenanlage ehemalige Eisenwerke Neunkirchen (Saar)

Die Brüder STUMM und deren Erben brachten weitere Hammer- und Hüttenwerke auf dem Hunsrück und an der Saar in ihren Besitz, u.a. den Hammer zu Sensweiler, die Veldenzer Hüttenwerke, den Eisenhammer in Katzenloch (bei Idar-Oberstein), die Gräfenbacher Hütte im Soonwald und die Weitersbacher Hütte.

Da man zwischenzeitlich im Ruhrgebiet und Saarland Eisen billiger und besser herstellen konnte, gründeten STUMMs Nachkommen an der Saar große Eisenhütten und legten schließlich ihre Hunsrücker Werke still. Durch die Errichtung der STUMM-Halberg´schen Hüttenwerke in Neunkirchen und Saarbrücken Eisenwerke (1806) und der Erhebung von Karl Ferdinand STUMM in den erblichen Freiherrenstand (1888) erreichte die STUMM´sche Familientradition, die in dem Sulzbacher Schmied und Landwirt Christian STUMM ihren Stammvater hatte, den Höhepunkt.

Denkmal des Freiherrn Karl-Ferdinand von STUMM in Neunkirchen/Saar

10.3, Denkmal des Freiherrn Karl-Ferdinand von STUMM in Neunkirchen/Saar

Ein von den Verbandsgemeinden Rhaunen und Herrstein geplanter „STUMM-Eisenhütten-Weg“ soll als Premiumrundweg den Wanderern unserer Region neben dem Erlebnis der wunderschönen Hunsrücklandschaft das kulturelle Erbe „STUMMsches Eisenhüttenwesen“ mit Ursprung in Sulzbach bei Rhaunen näher bringen.
Schatten